Mallorquinische Legenden miterleben

Ein Volksfest mit lautem Volksgetümmel, explodierenden Böllern erleben jedes Jahr viele Touristen. Im Mai an jedem zweiten Montag, im Hafen von Port de Sóller, am späten Nachmittag beginnt das Spektakel. Ein Piratenüberfall, der an den 11. Mai 1564 erinnert. Erst weit nach Mitternacht endet das erlebenswerte Volksfest. Welches nur ein Grund ist in Port de Sóller umgeben von den wunderschönen Bergen der Tramuntana Urlaub zu machen.

Port de Sóller – der versteckte Hafen

Vom Meer aus konnte man früher die geschützte Bucht nur durch die beiden Leuchttürme an der Hafeneinfahrt entdecken. Heute ist der Jachthafen mit einer Straßenbahn aus dem 5 km entfernten Sóller zu erreichen. Wer sich hier in den Straßenverkehr wagt ohne Ortskenntnis bewegt sich bei der Parkplatzsuche an den Rand der Verzweiflung.

Im Rund des Hafens reihen sich Restaurants mit verschiedenen Spezialitäten aneinander – vom schlichten Burgerrestaurant bis zum Sternerestaurant. Meist oberhalb befinden sich kleinere und größere Hotels und auf den Klippen thront das First Class Jumeirah Hotel.

Tagsüber wird der pittoreske Hafenort von vielen Reisenden besucht. Die entweder das Feeling des Ortes kennenlernen wollen oder einen der hier beginnenden Bootsausflüge gebucht haben. Am späten Nachmittag tritt wieder Ruhe ein.

Außer – alljährlich am 2. Montag im Monat Mai

Die Ruhe vor dem Sturm

Gegen 10 Uhr kommen die ersten Gäste mit dem Roten Blitz aus der Inselhauptstadt Palma de Mallorca. Die 1929 von Siemens-Schuckert erbaute elektrische Bahn ist bis heute eine Attraktion.

Nach dem langen Tunnel macht der Zug einen Fotostopp an der Station Pujol de’n Banya. Ein traumhaftes Panorama über Sóller bis zum höchsten Berg der Insel. Dann heißt es einsteigen und in zahllosen Serpentinen nach Sóller fahren.

Überall und an der Haltestelle der Straßenbahn, die in den Hafenort Port de Sóller fährt, stehen Jungen und Mädchen und verteilen Halsbänder mit christlichen und muslimischen Zeichen. Eine Einladung für alle Gäste mitzufeiern.

Der Überfall und Spaß bis in den Morgen

Der Bootsanleger und der Strand füllen sich mit bewaffneten Verteidigern und Besuchern, die dem Scharmützel beiwohnen wollen. Schwarz angemalte Kämpfer umarmen immer wieder junge Mädchen und Frauen. Ob sich diese Farbe von der Bekleidung entfernen lässt, ahnt wohl niemand in diesem Moment. Auf jeden Fall haben die Jungen Männer viel Freude dabei.

Plötzlich ertönt lautes Donnern in der Bucht. Kleine Schiffe mit Piraten kommen an Land und liefern sich die ersten Kämpfe. Bis alle Piraten an Land sind. Ein riesiges Tohuwabohu mit lauten Böllern und Kampfgeschrei beherrscht diesen Strandabschnitt. Auf einmal Ruhe! Die Kämpfer fallen sich in die Arme und gemeinsam mit den Besucher ziehen sie zum nächsten Strandabschnitt von Port de Sóller.

Piraten und Verteidiger nehmen Aufstellung. Die Kämpfer heizen die Stimmung an, dann wieder zwei, drei Böller mit viel Lärm und Qualm, die Moros und Cristians stürmen aufeinander zu. So könnte es wirklich in einem Scharmützel ausgesehen haben. Die Zuschauer unterstützen lautstark das Geschrei. Plötzlich wieder Ruhe! Die Meute zieht weiter in Richtung Sóller.

Derweil besuchen die ersten, die noch leeren Restaurants in der Bucht. Das Spektakel der Kämpfer geht bis in die Morgenstunden des nächsten Tages. Etwas für Hartgesonnene.

Was geschah wirklich?

Dieser Großangriff der Piraten auf Port de Sóller und Sóller ist auf Mallorca mit vielen Legenden als Heldengeschichte eingegangen.

Als der Piratenhauptmann Occhiali mit 23 Booten und 1700 Piraten im Hafen eingedrungen sind, standen nur 800 Männer und Frauen gegenüber. Auch in Sóller kam es zu keiner nennenswerten Gegenwehr. Erst als die Geächteten aus den umliegenden Bergen kamen, konnten die Piraten in die Flucht geschlagen werden.

Wie sehen es die Sólleries?

Den 800 Männern und Frauen ist es gelungen nach einem blutigen Kampf, die Moros zu besiegen und sie wieder in ihre Boote zu treiben. Das ist auch richtig. Denn die Geächteten stammen aus den Familien der Region.

„Ses valentes dones“ – was bedeutet: „Zwei starke Frauen!“ Die beiden Schwestern Catalina und Francisca Casesnoves zeigten sich bei dem Angriff besonders mutig. Mit herausgerissenen Türbalken verteidigten sie Haus, Hof und ihre Ehre.

Wie kann man am Volksfest teilnehmen?

Am besten plant ihr einen Kurz- oder Wanderurlaub in der Serra Tramuntana. Entweder im Hafen oder in Sóller (2. Montag im Monat Mai).

Viel mehr Komfort bietet das spektakulär auf den Klippen gelegene Jumeirah Port Soller Hotel & Spa. Neben traumhaften Sonnenuntergängen über dem Meer erwartet euch exklusive Abgeschiedenheit inmitten der Natur. Ein ganz besonderes Domizil für Ruhesuchende und Genießer.

Wer gerade in einen anderem Ort Urlaub macht kann mit dem Roten Blitz nach Sóller fahren. Ich empfehle auf keinem Fall, mit dem Auto zu fahren. Parkplätze sind im Orangental Mangelware.

Dieses Volksfest ist ein lohnenswertes Reiseziel. Es verrät einmal mehr über den Stolz der Mallorquiner. Ein Muss für Mallorca-Fans.

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