Sark , die kleine Insel liegt ca 20 km nödlich von Jersey und ist ausschliesslich mit der Fähre zu erreichen .
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Sark ist ca 5 km lang und nur 2 km breit ; die Insel  hat ca 600 ständige Einwohner. Im Sommer kommen noch jede Menge Tagesausflügler dazu und auch Gäste ,die mal eine Auszeit von Autolärm und Hektik anderswo nehmen wollen .Dafür gibt es ein paar wenige kleine Guesthouses, die man aufgrund der geringen Anzahl immer lange vorbuchen sollte.

Sark wird oft als „letztes Bollwerk des Feudalismus bezeichnet . Hier ist das Lehen die einzige Form des Landbesitzes ; ein echtes Grundeigentum gibt es nicht .

Auf Sark fährt man  Traktor  vom Hafen bis hinauf  in den Hauptort über eine steile Strasse .
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Ansonsten kann man per Fahrrad , zu Fuß oder per Pferdekutsche unterwegs sein . Bei unserer Ankunft aus Jersey z.B. kommend mit der Fähre  wartete schon der Traktor – in den Hauptort  sind es ca 7 Minuten Fahrtzeit; zu Fuss dauerts länger; denn es geht richtig steil bergauf . Oben angekommen kann man dann entweder sich ein Fahrrad ausleihen (Leihstation in der Avenue , der Hauptstrasse ) oder man nutzt einen Pferdewagen aber auch  Fuß ist es machbar.
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Wir sind erst mal zu Fuss die „Avenue “ ( der Name ist etwas geschmeichelt ausgedrückt ,denn es ist  ein Schotterweg ) entlang gegangen. Aufgefallen ist uns , dass leider viele kleine Geschäfte geschlossen sind und auf Neumieter warten .Schade eigentlich !
Nichts desto trotz , 2 „Mini-Supermärkte “ gibt es noch , wo man sich  das Wichtigste  kaufen kann , um ggfl. ein paar Tage komplett mal von Stress und Hektik abzuschalten .
Ansonsten herrscht eine absolute Stille und je näher man zum Meer (Klippen ) kommt, desto lauter rauschen die Wellen ; den Wind hört man jedoch immer .
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Doch so klein Sark auch ist , die bizarren Küsten , viele sanften Weiden und der bezaubernde GARTEN DER SEIGNEURIE bieten genügend Abwechslung , um hier mehrere Tage zu verbringen .
Ehrlich : ich wäre auch gern länger  als nur den einen Tag geblieben !
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Ansonsten fühlt man sich zurückversetzt ins 16.Jahrhundert .
Es scheint ,dass irgendwie hier die Zeit stehen geblieben ist  und es ist eine gespenstige Ruhe den ganzen Tag über .

Denn noch gibt es  gültige Gesetze aus dem 16. Jahrhundert; diese z.B.

  • Scheidungsrecht : Nach der Trennung der Eltern ; die Kinder werden dem Vater zugesprochen
  • Strickverbot für Männer: Vor 100 Jahren  ,als die Fischer nicht in See stechen konnten  , haben sie dann mit dem Stricken von Socken begonnen.Sie waren damit so erfolgreich     , dass sie später oft auch nicht mehr fischen gehen wollten . Es kam zum Strickverbot der Männer bei Tageslicht  und das gilt bis heute.
  • Es gibt eine Liste für Alkoholiker (Blame and Shame-Liste) und diese hängt für alle Inselbewohner sichtbar aus am Verwaltungsgebäude .
  • Wer ein Grundstück besitzt darf eine Waffe tragen .
  • Privileg des Seigneurs : Er darf als Einziger Tauben halten  ( in der Vergangenheit zum Verzehr )  und Hunde zuüchten  . Alle anderen Hunde auf der Insel müssen kastriert bzw. sterilisiert werden .

Noch heute , obwohl  die Insel in Besitz der britischen Krone ist , obliegt Sark seiner eigenen Steuergesetzgebung .Alle Ausgaben müssen von der Insel selbst finanziert werden .

Wie im Mittelalter gilt hier das Prinzip gegenseitiger Hilfe .
So erhalten z.B.bedürftige Senioren eine Rente vom Staat . Wichtigste Einnahmequelle sind die Hafengebühren für Besucher , die Steuern auf Alkoholika und Tabakwaren und auch  der Tourismus .
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Nach und nach kommen auch immer mehr junge Familien auf die Inseln , denn man stellt ihnen zu günstigen Konditionen Farmhäuser zur Verfügung und bittet um Bewirtschaftung ; es entstehen so auch neue kleine Bed&Breakfast-Unterkünfte mit zum Teil ganz wenigen Zimmern .

Es gibt auf der Insel noch einige Hotels , die den Barclay -Brüdern gehören …aber auf diese Brüder sind die Insulaner derzeit so gar nicht gut zu sprechen . Es hängen sogar derzeit einige Plakate aus mit „Wanted “ und deren Hotels sind eh derzeit alle geschlossen .
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Unser Weg führte uns entlang der „Avenue“ zuerst bis hin zur kleinen anglikanischen Kirche , der einzigen Kirche in England ,wo man noch eine Bankreihe für 6 Pence( 0,09€) das ganze Jahr über mieten kann . So haben alle Familien ihre eigenen , nur für ihre Familie festgelegten Sitzreihen, die ebensp noch mit dem Familienwappen gekennzeichnet sind . Sogar das Gefängnis ( gebaut im Jahre 1856) , wo eigentlich fast immer nur welche sitzen, die mal ausnüchtern müssen, haben ihre eigene Bankreihe. Es gibt aber eh nur 2 Zellen im Gefängnis. Die meiste Zeit sind die Zellen leer und die Kirchenbank bleibt unbesetzt.
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Nach einer kurzen Besichtigung der kleinen Kirche führte uns der Weg bis hin zum Garten La Seigneurie .

Seit dem Jahre 1730 wohnt der Seigneur von Sark ( sozusagen der „Chef der Insel „) in dem Herrenhaus, welches an der Stelle eines Klosters aus dem 6.Jhd. entstand.
Derzeit ist das Hauptgebäude jedoch an Andere vermietet , da der derzeitige Seigneur und seine Frau aus Altersgründen in ein kleineres Haus umgezogen sind .
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Markant ist auch der große Taubenturm , wo man dahinter den sogenannten Waffenplatz entdeckt : hier gibt es neben einer Kanone aus napoleonischer Zeit , einem Geschütz aus dem 2.Weltkrieg auch eine Mini-Kanone .
Diese ist noch das Orginal aus dem Jahre 1565, welche Königin Elisabeth I. dem damaligen Seigneur  für seine Verdienste um die Neubesiedelung der Insel geschenkt hat. Die große Attraktion ist jedoch der Garten der Seugnerie selbst ; ein einziges Blumenmeer , der ähnlich einem Klostergarten mit einer hohen Mauer umschlossen ist .Reste des Klosters gibt es auch noch zu entdecken. 
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Um hineinzukommen in das wundervolle Gartengelände  muss man Eintritt zahlen , der Besuch lohnt aber wirklich .

Was gibts noch zu entdecken auf Sark ?

Da wäre zuerst der GOLDENE Briefkasten . Man kann ihn nicht verfehlen , denn er steht inder Avenue direkt vor dem Postamt  ; etwa mittig an der ca 1km langen „Hauptstrasse “ ohne Autos . Warum aber ist er gold ?
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Der auf Sark geborene Carl Hester verhalf Sark zu der Ehre , den Briefkasten von Blau auf Gold umstreichen zu können . Carl Hester gewann bei den Olympischen Spielen in London 2012 Gold mit der britischen Dressurmannschaft .
Nach einer Mittagspause – dem Garten der Seigneurie ist auch ein kleines Cafe angeschlossen , wo man etwas essen kann oder man geht in eines der kleinen Restaurants entlang der Avenue –  standen für uns bereits die Pferdekutschen bereit .
Hoch zu „Ross “ oder eben auf der Kutsche gings im Schneckentempo über die Insel, vorbei an kleinen Feldern , niedlichen Farmhäusern , einem neuen Gemeindehaus mit angeschlossenem Kindergarten und einer Grundschule ( die älteren Kinder sind entweder in Guernsey oder auf Jersey die Woche über in der Schule mit Internat ) bis hinunter Richtung LITTLE SARK.

Die nur über einen schmalen Felsgrat von La Coupee erreichbare Halbinsel wird komplett als Weideland genutzt. Man kann auf einem Klippenpfad entlang wandern und hat ebenso fantastische Ausblicke  .
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Es führt ein Naturdamm hinüber ; erst 1945 wurde der 90 Meter über dem Meer liegende Übergang von deutschen Kriegsgefangenen  betoniert .
Schade , hier wäre ich gerne noch länger geblieben …aber wir mussten uns beeilen ,denn zuerst wartete die Pferdekutsche auf uns und später dann ging es mit der Fähre zurück zur Insel Jersey.
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Zum Glück war das Meer ruhig und nach ca 1, 5 Stunden kamen wir im Hafen von St.Helier an und zu Fuss konnten wir in unser Hotel  The  Pomme d ‚Or zurücklaufen , welches sich  in Sichtweite des Hafens  befindet.

Wir mussten jedoch nicht laufen, denn es wartete bereits der Bus auf uns .
Ein erlebnisreicher Tag mit vielen neuen Eindrücken ging zu Ende und froh waren wir darüber , denn wir hatten ein Traum -Wetter !  Zum Glück !

Post von:  Heidrun Jahn

E-Mail: heidrunjahn51@gmx.de

Webseite:  www.globus-doebeln.de

Bildnachweis :Heidrun Jahn

Post vom24.05.2016 aktualisiert März 2019

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