Die Meteora Klöster

Mitten im Zentrum Griechenlands, wo der Poinios-Fluss das Pindos-Gebirge verlässt und in die thessalische Ebene fließt, erheben sich die orthodoxen Meteora Klöster gen Himmel. Der steinerne Wald, wie das Felsengebirge auch genannt wird, ist nicht nur eine Naturschönheit, sondern hat im 15. Jahrhundert Kulturgeschichte geschrieben. Ein Grund, diese Region 1988 in die Natur- und Kulturerbeliste der UNESCO aufzunehmen.

Diese Felsenlandschaft ist vor 60 Millionen Jahren im Tertiär entstanden. Nach dem Rückzug des Meeres formten Wind, Feuer, Wasser und das Leben eine riesige Sandsteinplatte zum heutigen steinernen Wald.

Die Einheimischen sagen, dass Gott höchstpersönlich Hand angelegt hat. An diesem Ort sollen diejenigen beherbergt werden, die im Glauben an Gott sich in die Einsamkeit zurückziehen wollen.

Die Klöster krönen die Gipfel der Felsen. Sie ragen über die Schluchten, abgeschieden und einsam in einem anmutigen Landschaftsbild. Eine wahre landschaftliche Perle Griechenlands.

Kloster Roussanou

Klostergeflüster

Die religiöse Geschichte beginnt im 9. Jahrhundert, als Einsiedler sich hierher zurückziehen, an einen Ort für ihre stillen Gebete. Den orthodoxen Eremiten geht es dabei nicht nur um Buße, Fasten oder andere religiöse Rituale, sondern sie wollen durch Beten den Heiligen Geist erlangen. Das heißt, die natürliche Sphäre verlassen, um nur noch im Geist tätig zu sein. Man spricht hier vom Zustand der Verzückung. Lassen wir es dabei bleiben. Das ist ein zu kompliziertes Thema für religiöse Laien.

Katholisch vs. Orthodox

Schon die Trennung der orthodoxen Kirche von der römisch-katholischen Kirche ist schwer zu verstehen. Zum einen erkennt die Orthodoxie den Papst als Vertreter Gottes und Herrscher über alle Kirchen nicht an. Anderseits legen beide Kirchen die Dreifaltigkeit von Gottvater, Sohn und den Heiligen Geist anders aus.

Die römisch-katholische Kirche geht davon aus, dass der Sohn und der Heilige Geist durch den Vater gezeugt wurden. Hingegen spricht die orthodoxe Kirche davon, dass Gottvater der Ursprung ist und der Sohn sowie der Heilige Geist verursacht (also nicht gezeugt) wurden.

Aus diesen Gründen nennen sich diese Gläubigen orthodox, was so viel wie „rechter Glauben“ bedeutet. Dieser Unterschied ist vielleicht insofern interessant, dass man daraus eine Vorstellung entwickeln kann, warum sich die beiden Konfessionen so schwer tun sich in ihren religiösen Ansichten zu nähern.

Kloster Metamorphosis

Kehren wir aber zu unseren Einsiedlern zurück. Es dauert immerhin 300 Jahre ehe das erste Kloster auf einem Felsen zu Ehren des heiligen Stephanos errichtet wird. Der Klosterbauboom setzt allerdings erst im 14. Jahrhundert ein. Insgesamt werden 24 errichtet. Durch die Abgelegenheit und Stille hat sich kaum etwas an den Bauwerken geändert. Noch bis in die 1920er Jahre werden die Mönche in Netzen und mit Seilwinden auf die Felsen befördert. Heute sind noch 5 Klöster bewohnt, diese haben jetzt Treppen.

Kloster Roussanou

Das Kloster Roussanou

Wir sehen uns das Frauenkloster Roussanou an. Das ist das Einzige, welches über die Mittagszeit geöffnet hat. Gegründet wird das Kloster um 1288. Allerdings wird es erst seit einigen Jahren von Nonnen bewirtschaftet. Ein Umstand, der erst seit kurzem möglich ist. Früher war den Frauen im Allgemein das Betreten dieser Klöster strengstens verboten.

Von uns Besuchern erwarten die Nonnen, dass wir in einer angemessenen Kleidung die religiösen Stätten betreten. Auf einer Hinweistafel ist zu lesen: „Kurze Hosen sind nicht erlaubt. Damen werden nicht eingelassen, wenn sie Kleider ohne Ärmel, Shorts oder Hosen tragen.“ Meine Frau, war in Hosen und hat am Einlass einen Rock zum Überziehen erhalten. Na ja, bei religiöser Schlichtheit sollte man nicht allzu viel erwarten.

Das Roussanou-Kloster betritt man über eine Brücke, die früher als Zugbrücke auch eine Schutzfunktion für das Kloster hatte. Die Innenräume sind sehr klein und bemalt mit religiösen Motiven. Neben kunstvollen Schnitzereien gibt es auch einzigartige Ikonen und Schriftstücke aus vergangenen Jahrhunderten zu sehen.

Das Kloster Metamorphosis

Das vielleicht interessanteste Bauwerk ist das Kloster Metamorphosis. Gegründet zwischen 1356 und 1372 von Athanasios Kinovitis auf dem höchsten Felsen. Später entwickelte sich das Kloster zum bedeutendsten aller Meteora-Klöster. Noch heute ist der Aufstieg imposant und das große Areal auf dem Felsen lässt das Kloster, wie eine kleine Stadt aussehen. Eine Stadt, die den Wolken ein Stück näher gerückt ist.

Kloster Metamorphosis

Kloster Agias Trias

Interessant ist auch das Kloster Agia Trias. Vor allem wegen seiner besonders auffälligen Lage. Es diente als eindrucksvolle Kulisse für den James-Bond-Film „In tödlicher Mission“.

Kloster Agia_Trias

ReiseTipp

Wir haben diese Tour mit einem Mietwagen ab den Dreifingerinseln unternommen. Ein Großteil der Strecke führt über Mautautobahnen vorbei am Fuße des über 2900 Meter hohen Olymps, durch die Städte Larissa und Trikala. Von Kalambaka aus erreicht man dann die Felsenklöster.

Spezialisierte Rundreiseveranstalter bieten die Meteora-Klöster in Rundreisen auf dem griechischen Festland an.

Bildnachweis: Peter Ehrlich

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